Augenoptik Wünsche auf der Jakobstraße 4a ist einer unserer langjährigen Mieter. Seit 1989 gibt es das Optikergeschäft schon an diesem bekannten Standort. Mittlerweile hat sich natürlich vieles verändert. So übernahm Martin Wünsche (Foto) die Gefilde seines Vaters Thomas Wünsche und ist seit Januar 2024 Chef. Sein Vater gehört weiterhin dazu, agiert jedoch seitdem eher in der zweiten Reihe.
Neben seinem Vater hat Martin Wünsche noch fünf weitere Angestellte. „Wir hatten tatsächlich Glück. Unser jüngster Auszubildender konnte seine Ausbildung abschließen, als eine unserer Kolleginnen das Renteneintrittsalter erreichte“, sagt Martin Wünsche. Zudem absolviert eine seiner Mitarbeiterinnen derzeit die Meisterlehre – so wie es auch Martin Wünsche einst tat. „Durch das Geschäft meines Vaters war mir schon früh klar, dass ich den Beruf des Optikers erlernen möchte.“
Studium in Jena
Und so passierte es dann auch. 2007 startete er die Ausbildung im väterlichen Betrieb sowie an der Schule in Dresden. Darauf folgte das Studium zum Optikermeister in Jena. Nachdem er zwei Jahre bei einem Optiker in Wien gearbeitet hatte, kehrte er im Jahr 2017 wieder nach Görlitz und in den Betrieb seines Vaters zurück.
Tatsächlich besteht auch eine Verbindung zum Optikergeschäft Volker Wünsche auf dem Postplatz. Martin Wünsche schmunzelt: „Das ist mein Onkel. Damals, als mein Vater das Geschäft an der Jakobstraße von Optiker Steinert übernahm, war mein Opa Gottfried Wünsche mit seinem Geschäft noch aktiv.“ Dieses befand sich früher in der Straßburgpassage. Das Geschäft übernahm dann Volker Wünsche, und es ist heute am Postplatz zu finden. Die Verbindung besteht also nur familiär – geschäftlich gehören die beiden Läden nicht zusammen. „Das Miteinander funktioniert. Der Bedarf ist da, von daher kommen wir uns nicht in die Quere“, erklärt Martin Wünsche.
Schon lange ein Ort für gutes Sehen
Das Haus Jakobstraße 4a war schon vor etwa 100 Jahren ein Ort für gutes Sehen. Bis in die 1950er Jahre war hier eine Augenarztpraxis zu finden. In der Folge ließ sich Augenoptikermeister Hans Steinert mit einem Laden in dem Haus nieder. Der große Schriftzug über dem Schaufenster erinnert heute noch daran.
Martin Wünsche liebt seine Arbeit. „Ich mag den regelmäßigen Kontakt mit Kunden unterschiedlichster Anliegen. Zudem schätze ich die Herausforderung feinmotorischer Arbeiten. Es braucht Konzentration und handwerkliches Fingerspitzengefühl“, erklärt der Optikermeister. Er erinnert sich auch an besonders herausfordernde Aufgaben: „Ich hatte einmal einen Kunden, der eine Sportbrille für den Schießsport benötigte. Dort musste ein Korrektureinsatz eingesetzt werden. Das war damals in meiner Anfangszeit als Optiker – da war besonders viel Konzentration gefragt.“
Manche suchen gar keine Brille
Auch wenn ihm die Arbeit Freude bereitet, hat der 38-Jährige ein besonderes Hobby. Er interessiert sich für viele Zusammenhänge in der Natur und stellt seit mehreren Jahren seinen eigenen Honig her. Den kann man übrigens auch in seinem Laden kaufen. „Ich habe hier sogar Kunden, die kommen nur wegen des Honigs her“, schmunzelt der Hobbyimker. Auch wenn es seit der Geschäftsübernahme stressiger für ihn geworden ist, nimmt er sich die Zeit für sein Bienenvolk.
Martin Wünsche und sein Team sind glücklich am Standort in der Jakobstraße. Er meint: „Hier herrscht ein toller Zusammenhalt unter den Händlern in der Straße.“ Nicht ohne Grund gibt es hier den Jakobstraßenverein, in dem viele Händler vertreten sind. Auch die Nähe zu KommWohnen sieht Martin Wünsche positiv: „Im Jahr 2018 hatten wir hier einen Komplettumbau und wurden dabei von KommWohnen unterstützt.“
Augenoptik Wünsche ist montags bis freitags von 9 Uhr bis 18 Uhr und samstags von 9 Uhr bis 13 Uhr geöffnet.
