Die gesamte KommWohnen-Belegschaft hofft mit den Rettungskräften, die an dem eingestürzten Haus auf der James-von-Moltke-Straße arbeiten, auf ein gutes Ende. Drei Personen werden laut Polizei derzeit noch vermisst, zwei Frauen und ein Mann. Die beiden Rumäninnen sind aus touristischen Gründen in Görlitz, der Mann bulgarisch-deutscher Herkunft aus beruflichen. Das Unglücksgebiet ist weiträumig abgesperrt, die Moltke-Straße steht voller Rettungsfahrzeuge.
Polizei, Feuerwehr und Stadtverwaltung haben am Dienstagmorgen eine Pressekonferenz durchgeführt, bei der Details zu dem Unglück genannt wurden. Medien aus ganz Deutschland berichten über das Unglück.
Das Haus, in dem KommWohnen fünf Ferienwohnungen betreibt, war am frühen Montagabend eingestürzt. Die Ursache ist noch unklar. Augenzeugen berichten von einem ohrenbetäubenden Knall und dem Geruch von Gas. Das gesamte Gebäude ist zusammengebrochen. Über 100 Rettungskräfte kamen zum Einsatz. „Wir haben Hilfe aus Freital in Anspruch genommen, von wo uns mit großem Rettungsgerät und Suchhunden geholfen wurde“, sagte Sebastian Schramm bei der Pressekonferenz am Dienstag. Er war die ganze Nacht als Einsatzleiter der Görlitzer Berufsfeuerwehr vor Ort. Die Hunde hätten einen sehr guten Job gemacht und an drei Stellen angeschlagen. Das solle heute nochmal verifiziert werden, um gezielt nach Verschütteten suchen zu können. „Dafür ist auch Ruhe am Unglücksort nötig, um mögliche Klopfgeräusche oder selbst ein Atmen hören zu können“, so Feuerwehrmann Schramm. So geht die Bitte an alle Passanten, die Arbeiten nicht zu behindern.
Dutzende Menschen wurden am Montagabend aus den umliegenden Häusern evakuiert. Ein Teil von ihnen kam über Nacht in der Villa Ephraim unter. Mittlerweile haben hinzugezogene Statiker von Stadt und THW festgestellt, dass die benachbarten Gebäude weiterhin bewohnbar sind. Die Menschen müssen trotzdem noch auf die Rückkehr in ihre Wohnungen warten, bis die Rettungsarbeiten abgeschlossen sind, so die Görlitzer Feuerwehr.
Laut Polizei und Feuerwehr werden die Arbeiten noch mindestens bis in den Abend dauern, womöglich auch bis morgen früh. Das hänge davon ab, wie schnell die Rettungskräfte zu den Vermissten vordringen können. Die Schuttberge können nur vorsichtig und größtenteils per Hand entfernt werden, um nicht mögliche Hohlräume zu verschütten, in denen möglicherweise Verletzte sind.
Das Gebäude war vor dem Einsturz in tadellosem Zustand. Die letzte Wohnung wurde 2021/22 saniert. Aufgrund der Vermietung als Ferienwohnungen waren regelmäßig Mitarbeiter von KommWohnen im Haus. Weder von ihnen noch von Gästen, die naturgemäß ständig wechseln, ist je von Gasgeruch berichtet worden. Ein mögliches Leck war daher vorher nicht festzustellen. Die letzte Wartung von Heizung und Warmwasserbereitung fand im September 2025 statt. In den Ferienwohnungen selbst gab es weder Gasherde noch Gasthermen.
Spekulationen über die Ursache des Einsturzes sind nicht zielführend. Stattdessen sollen die polizeilichen Ermittlungen abgewartet werden. „Jetzt ist das Allerwichtigste, dass die vermissten Personen gefunden werden“, sagt KommWohnen-Geschäftsführer Arne Myckert, der in der Nacht viele Stunden am Unglücksort war. „Ihren Angehörigen und allen Rettungskräften wünschen wir viel Kraft.“